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Meditation und Liebe

Für die Menschen der heutigen Zeit ist Liebe die notwendige innere Haltung zur Meditation. Es beginnt bei der Liebe zu sich selbst, nicht die egoistische Liebe, die alles für sich wünscht und fordert, sondern die Liebe des Akzeptierens, des sich selbst Annehmens. Niemand kann in die eigene Mitte vordringen, wenn er sich selbst gegenüber nicht liebevoll und neugierig ist - neugierig, sich selbst kennenlernen und aufnehmen zu wollen.

Es ist ja auch wirklich absurd, dass man so viele Leben lebt und sich gar nicht oder nur sehr oberflächlich kennt. Diese Situation ist aus Angst vor sich selbst entstanden. Und Liebe ist das einzige Mittel gegen Angst, die Brücke über die innere Trennung. Gerade wenn man sich stark und kraftvoll fühlt, muss man sich wieder entspannen und diese Kraft an die Existenz zurückgeben, sich auflösen in der umfassenden Liebe, in der man sich selbst begegnen kann. Solange man abgegrenzt ist, kann man sich nicht wirklich in aller Tiefe aufmachen, es ist immer eine Verspannung da.

Das Thema Liebe ist auf allen Meditationsebenen wichtig. Man kann sich noch so lange wehren und vermeiden, andere Bereiche bearbeiten, letztendlich muss jeder zur Auflösung in Liebe zurückkommen. Man kann es an seiner eigenen Meditationshaltung erkennen: hat man mal wieder große Widerstände, dann ist die Liebe wohl gerade verschwunden. Kann man anderen gegenüber nicht für seine Meditation aufstehen, dann ist auch die Liebe verschlossen. Wenn man seinen Meditationsplatz nicht ordentlich hält, seine Meditationskleidung, seine Kissen nachlässig behandelt, dann hat man in dem Moment sicherlich nicht sehr viel Liebe für sich selbst und für sein Inneres.