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Der Platz

Der Platz, an dem man meditiert, ist sehr wichtig und darf liebevoll und sorgfältig ausgesucht werden. Wenn man zu Hause meditiert - oder in seinem Zimmer, dann ist ein fester Meditationsplatz sehr gut. Vielleicht eine Ecke, die nur für Meditation da ist. Ideal ist natürlich ein besonderer Meditationsraum, in dem nur meditiert wird. Hier kann sich der gesamte Raum mit der Zeit mit Meditation füllen, mit Stille, in die man immer wieder eintauchen kann. Je öfter man dort meditiert hat, desto einfacher wird es, in diesem Raum nach Innen zu gehen.

Richtet man so einen Raum ein, wird man merken, dass auch hier am Anfang die Meditation nicht so einfach ist. Der Raum stößt die Stille zunächst ab. Meditation muss erst durch die regelmäßige Nutzung etabliert werden. Es dauert eine Zeit, bis diese feinen Schwingungen angenommen sind, weil sie über den normalen Schwingungen liegen.

Deshalb ist es leichter, wenn der Meditationsplatz leer, einfach und auch schön und harmonisch ist. Schön nicht im Sinn von vielen Blumen, Schmuck oder Bildern, sondern schön im Sinn von einfach, mit klaren Linien, die ästhetisch schön angeordnet sind. Natürlich kann man, besonders wenn man die Augen zu macht, an jedem Platz meditieren, das ist überhaupt keine Frage, aber wenn man anfängt oder wenn man noch um sein eigenes Bewusstsein kämpft, dann ist es sehr hilfreich, einen so eingerichteten Platz oder Raum zu haben.

Wenn jemand die Erfahrung mit sich macht, dass er zu Hause nicht meditieren kann, dass es ihm schwerfällt, überhaupt damit anzufangen, dann liegt es wahrscheinlich daran, dass er sich diesen besonderen Platz für die Meditation nicht erlaubt. Nicht im Äußeren und natürlich auch dann nicht im Inneren. Ein bewusst gefasster Entschluss zu meditieren bewirkt eine Veränderung im Mind, die aber noch wesentlich untersützt wird, wenn sie sich in einem besonderen Platz manifestiert.

So kreiert sich beides gleichzeitig und ergänzt sich: der Platz, die Aufmerksamkeit, die man sich selbst durch seinen Entschluss gibt, und der äußere Raum, in dem sich die Meditation mehr und mehr manifestiert. Jeden Tag wird so die Meditation leichter. Man beginnt sich dort hingezogen zu fühlen, wenn man Klarheit, Sammlung oder Entspannung braucht. Es entsteht eine Wechselwirkung, fast eine Eigendynamik. Innen wie Außen steigt die Tiefe der Meditation, die Höhe des Bewusstseins. Und zwar jedes Mal, auch wenn man überhaupt nichts Besonderes erlebt hat oder die Meditation sogar schrecklich war.

Der Meditationsplatz will mit Bewusstsein betreten und benutzt werden, ordentlich, gepflegt und sauber. Essen oder arbeiten tut man lieber an einem anderen Ort. Es muss eine Freude sein, hierher zu kommen und etwas nur ganz persönlich für sich zu tun. Fällt einem das schwer, dann weiß man eben, dass man viele Probleme hat, sich selbst anzunehmen und sich etwas zu geben. Trotzdem kann man dann wenigstens Respekt und Disziplin aufbringen. Seinen Meditationsbereich offen aggressiv zu behandeln, kommt schon einer Selbstverletzung gleich, die rezeptiven Energien der Meditation sind schnell wieder zerstört. Jede einzige Meditation hilft, das Bewusstsein zu stärken.