Commune
Sahaja
Swami Dhyan Sahaja alias Richard Löffler. Mit dreiundvierzig Jahren wurde ich als aktiver Berufssoldat in Rajneeshpuram zum Sannyasin initiiert. Eine erste Ehe, die mir zwei Kinder bescherte, eine nicht ganz gewöhnliche Berufskarriere und eine lange Zeit als aktiver Christ lagen hinter mir. Alle drei Episoden waren endgültig abgeschlossen. Mein Leben nahm eine radikale Wende.
Diese setzte mit dem Scheitern meiner Ehe ein. An sie hatte ich ganz in christlichem Sinne die hohen Erwartungen an Liebe und Treue bis zum Tode geknüpft, wie ich es in gutem Glauben vor dem Altar versprochen hatte. Ich hatte mein ganzes Selbstverständnis an diese Prämisse gebunden. Die schmerzhafte Einsicht, dass mein Versprechen nicht einzuhalten war, ließ meine innere Welt in sich zusammenstürzen. Ich erkannte das Ausmaß meiner Unreife und wurde bereit für Psychotherapie, der ich mich vier Jahre lang intensiv unterzog. In den Gruppen lernte ich Sannyasins kennen, die mich schliesslich meinem Meister Bhagwan Shree Rajneesh, dem späteren OSHO, zuführten.
Ich war schon vorher auf die Zen-Meditation gestoßen, die mich geradezu magisch angezogen hatte. Ich meditierte parallel zu meiner gesamten Therapiezeit regelmäßig, bald auch mit den von OSHO geschaffenen Methoden. Mit den Jahren wurde mir Meditation zunächst zu einer guten Gewohnheit, dann allmählich zu einer festen inneren Haltung. Inzwischen geraten mir die Vorgänge in Körper und Geist nicht mehr aus der Wahrnehmung und selbst, wenn ich, was oft genug geschieht, in meinen Gedanken versinke, habe ich ein Bewusstsein davon.
Hatte sich schon ein Gutteil meines Freundeskreises aus Anlass meiner Ehescheidung von mir abgewandt, so verliessen mich auch die letzten Aufrechten, als sie erfuhren, ich sei Sannyasin geworden. Mein soziales Milieu änderte sich vollkommen. Dienstlich wurde ich als nicht mehr förderungswürdiger Problemfall auf einen "Elefantenfriedhof" strafversetzt. Privat zog ich in relativ kurzen Zeitabständen durch eine Vielzahl von Sannyaskommunen und -wohngemeinschaften. Der konservative Bildungsbürger tauchte auf Jahre hinaus in die alternative Sannyasszene ein, unter Freaks und Aussteiger, und da ihn Familie und ehemaliger Umgang als solchen ansahen, er sich aber nicht so fühlte, bewegte er sich in einem Niemandsland, in dem sich sein Selbstgefühl und seine Menschen- und Weltsicht fundamental umkehrten. Erst nach der vorzeitigen Pensionierung mit nur achtundvierzig Jahren und einem zehnmonatigen Aufenthalt in Pune zu OSHOS Füßen trat eine innere und äußerliche Beruhigung ein, die auch eine größere Sesshaftigkeit mit sich brachte.
Auch eine zweite Ehe, diesmal kinderlos, blieb nicht von Dauer. Zahlreiche zum Teil tiefe Erfahrungen mit anderen Frauen ließen mich in meinem weiblichen Teilen wachsen und reifen. Starre und Gehemmtheit fielen ab. Ich lernte in jahrelangen Phasen des Alleinlebens das Sein mit mir annehmen und genießen. Ich fühle mich autark, "in allen Sätteln gerecht". Zwar noch nicht wunschlos glücklich richtet sich doch meine Energie zunehmend von der Welt fort auf die transzendente Dimension, die neue und unbekannte Wirklichkeit, die sich ganz allmählich zu erschließen beginnt. s
Diese beglückende Entwicklung wäre ohne die liebevolle Unterstützung meiner Meister OSHO und Mahamudra nicht möglich gewesen. Sie halfen mir vor allem, mein eingefrorenes und vergessenes Herz neu zu entdecken und in Liebe zu aktivieren. Wenn ich mir in aller Bescheidenheit ein gewisses Maß an Intelligenz zusprechen darf, dann belege ich diese Annahme allein mit der Tatsache, dass es mir möglich war, diese beiden außergewöhnlichen Menschen in ihrem Wesen zu erkennen und anzunehmen. Was mir von ihnen als Geschenke zuteil wurde, übersteigt alles normale Vorstellungsvermögen und ist mir eine Quelle nicht endender, unerschöpflicher Dankbarkeit.
